Überparteiliche Motion: Grünes Bündnis, SP, GFL/LDU, EVP, CVP

Integrationsleitbild

 
Text der Motion

Der Gemeinderat wird aufgefordert, ein Integrationsleitbild für die Gemeinde Köniz zu erstellen und konkrete Massnahmen zu dessen Umsetzung zu präsentieren.

 
Begründung

Soll es in Köniz ein Nebeneinander von verschiedenen Kulturen geben, die wenig miteinander zu tun haben oder verbessern wir die Möglichkeiten für die MigrantInnen, sich am ökonomischen, sozialen und kulturellen Alltagsleben zu beteiligen - als gegenseitiger Lernprozess zwischen allen Menschen? Warten wir ab, bis die MigrantInnen von selbst unsere Sprache sprechen, oder soll die Gemeinde Sprachkurse anbieten und bestimmte Leistungen an ein Minimum an Sprachkompetenz knüpfen? Soll mit polizeilichen Mitteln gegen gewaltbereite, arbeitslose Jugendliche vorgegangen werden oder kann mit Hilfe von MentorInnen für diese Jugendlichen eine Aufgabe in der Gesellschaft gefunden werden?

Ein Integrationsleitbild bewegt sich in diesem Spannungsfeld. Es zeigt auf, wie wir als Gemeinde die Integration der zugewanderten Bevölkerung in den zentralen Feldern Schule, Arbeit, Aus- und Weiterbildung, Zusammenleben, Wohnen und Gesundheit fördern, wie ihre Teilnahme am gesellschaftlichen Leben verbessert werden kann und was wir von den ausländischen MitbewohnerInnen fordern und verlangen sollen. Das Leitbild soll in einem breit angelegten Leitbildprozess mit allen massgeblichen Gruppen - unter Einbezug der MigrantInnen - erarbeitet werden. Es wird die Grundlage für eine zukunftsgerichtete Integrationspolitik der Gemeinde Köniz bilden. [Beispiel: Leitbild zum Zusammenleben in der Stadt Rorschach, 16. Aug. 2003, www.integration-rorschach.ch]

In einem zweiten Teil soll das Leitbild konkrete Projekte und Massnahmen vorschlagen, wie die Integration der zugewanderten Wohnbevölkerung im Sinn des Leitbildes verbessert werden kann und Wege zu deren Finanzierung aufzeigen. Eine mögliche Massnahme könnte die Schaffung einer 'Koordinationsstelle Integration' in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Integrationsverantwortlichen sein, welche die heute bestehenden, vielfältigen Aktivitäten der Gemeinde koordiniert und Anstösse für neue Projekte gibt.

In Köniz leben bereits heute Menschen aus 114 Nationen. Die Anzahl Ausländer und Ausländerinnen wird in der Gemeinde Köniz weiter zunehmen. Wenn wir in deren Integration investieren, sichern wir dadurch langfristig das friedliche Zusammenleben zwischen ansässiger und zugewanderter Wohnbevölkerung. Zahlreiche soziale Probleme und Folgekosten einer Nicht-Integration werden vermieden.

Mittelhäusern, 22. Oktober 2005

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